Glocke

Willkommen im Kirchenkreis Soltau

Herzlich willkommen im Kirchenkreis Soltau!

Der Kirchenkreis mit 41.000 Mitgliedern ist geprägt von der Hermannsburger Erweckung, von den drei Truppenübungsplätzen und dem dazu gehörigen Militär, der Gedenkstätte in Belsen und dem Fremdenverkehr in der Lüneburger Heide.

Zum Kirchenkreis gehören 11 Kirchengemeinden mit 17 Kirchen beziehungsweise Kapellen – eine davon ist die Militärkirchengemeinde in Munster, die einzige ihrer Art in Deutschland.

Neugierig auf den Menschen: Regionalbischof Dr. Stephan Schaede

Stephan Schaede ist der neue Regionalbischof für den Sprengel Lüneburg. Der promovierte Theologe und bisherige Direktor der Evangelischen Akademie Loccum trat im Juli die Nachfolge von Dieter Rathing an, der in den Ruhestand ging. Mit Antworten auf Fragen von Hartmut Merten stellt er sich vor.

Erzählen Sie uns ein paar Highlights aus Ihrem bisherigen Leben?

Jeder Tag ist ein Highlight für mich. Dafür sorgt meine Familie. Die vielen Begegnungen während meiner Studienzeit in Rom waren Highlights. Wie sich im Herbst 1989 mit dem Mauerfall die Straßen von Göttingen mit Trabis füllten. Wenn ich an meine Zeit als Gemeindepastor denke: Während wir „Vom Himmel hoch sangen“ schwebte Weihnachten 2003 in Silberborn im Solling ein Gemeindemitglied als Engel auf einer Seilbahn von der Empore herab. Ein Handwerkerteam hatte ihr diesen Kindheitstraum spontan erfüllt. Von den beeindruckenden Begegnungen in Loccum nur dies: die Begegnung mit Syrern und vor allem jungen Syrerinnen, die für die Freiheitsrechte ihres Landes ihr Leben riskieren.

Nun sind Sie Regionalbischof. Wie verstehen Sie dieses Amt, worin sehen Sie Ihre Aufgabe?

Ein Bischof solle nüchtern, besonnen, respektvoll, gastfrei, geschickt im Lehren, gütig, nicht streitsüchtig und erfahren in Glaubensfragen sein. So sieht es die Bibel (1. Timotheus 3). Das ist ein sehr hoher Anspruch, so nicht erreichbar. Aber er führt mir vor Augen, worauf es für mich im Großen und Ganzen Tag für Tag ankommt. Ich bin neugierig auf die Menschen, auf ihre Ideen, Sorgen, Überzeugungen und Vorstellungen – gerade jetzt in der Krise und im kirchlichen Reformstress. Ich freue mich darauf, auch öffentlich über den christlichen Glauben ins Gespräch zu kommen. 

Was ist für Sie heutzutage der wichtigste Beitrag der Kirche für die Gesellschaft, der Kirchengemeinden vor Ort für das Gemeinwesen?

Mein Großvater war in der Bekennenden Kirche. Dort konnte er frei sagen, was er dachte, was ihm am nationalsozialistischen Regime unerträglich und abgründig erschien. Er fand dort eine Insel des Vertrauens, Mitstreiterinnen und Mitstreiter, mit denen er gemeinsam eine ganz andere Perspektive auf die unerträgliche gesellschaftliche Lage entwickeln konnte. Die Bekennende Kirche gab ihm den langen Atem, sich für eine andere gesellschaftliche Situation einzusetzen. Mit allen Zweifeln, die ihn umtrieben. Und der inneren Gewissheit, dass Gott, nicht Hitler das letzte Wort hat. Das beeindruckt mich nach wie vor. Die Kirche ist ein Ort, an dem in aller Freiheit nach Wahrheit gesucht, Unrecht beim Namen genannt und gemeinsam Hoffnung auf lebensbejahende Veränderung gefasst werden kann. Überhaupt: Kirchengemeinden und kirchliche Orte können mit ihren Angeboten Foren des lebendigen Austauschs im Quartier bieten. Für wen und was trete ich ein, wofür engagiere ich mich und was hoffe ich? 

Ihre Lieblingsbotschaft der Bibel?

Bitte nageln Sie mich nicht fest. Die Bibel ist immer wieder für eine Überraschung gut. Im Moment treibt mich der 8. Psalm um: „Was ist der Mensch, dass du, Gott, seiner gedenkst?“

Pastor Jürgen Riepshoff aus Bispingen wird am 5. Septembern den Ruhestand verabschiedet

Mit einem Gottesdienst am 5. September wird Pastor Jürgen Riepshoff in der Kirchengemeinde Bispingen in den Ruhestand verabschiedet. Im Interview blickt er auf 12 Jahre Dienst in Bispingen zurück. 

Frage: Wie geht es Dir, wenn Du an den 5. September denkst, den Tag Deiner Verabschiedung?

Jürgen Riepshoff: Ich habe gemischte Gefühle. Auf der einen Seite empfinde ich große Dankbarkeit den Bispingern gegenüber für die vergangene Zeit, aber ich schaue auch mit Vorfreude auf den Ruhestand.

Frage: Du warst jetzt fast 12 Jahre Pastor hier in Bispingen. Was bleibt Dir besonders in Erinnerung?

Jürgen Riepshoff: Die Herzlichkeit der Menschen hier, die vielen offenen Türen, dass viele Ehrenamtliche mitgeholfen haben. Aber auch das gute Verhältnis zum meinem Kollegen Pastor Frank Blase, den anderen Mitarbeitenden, dem Kirchenvorstand. Da habe ich immer Rückhalt und Vertrauen gespürt.

Frage: Was macht für Dich den Beruf des Pastors aus?

Jürgen Riepshoff: Wir haben das große Privileg, dass wir mit Menschen arbeiten, sie in verschiedenen Lebenssituationen begleiten dürfen. Ihnen dürfen wir die gute Botschaft von Jesus weitersagen. Mir war immer wichtig: Wir sind von Gott wertgeschätzt, auch wenn wir das von den Menschen manchmal nicht so spüren. Das gibt uns Freiheit. Gerne habe ich auch deshalb Konfirmandenunterricht gemacht. 

Frage: Was lag und liegt dir besonders am Herzen?

Jürgen Riepshoff: Das haben wir eigentlich in unserem Gemeinde-Leitbild formuliert: „Gemeinsam Glauben leben“. Die christliche Gemeinde besteht aus einer lebendigen Gemeinschaft. Dazu gehört es für mich auch, Menschen zum Glauben einzuladen, um dadurch letztendlich die Freiheit im Glauben zu gewinnen.

Frage Hat sich da etwas in deiner Zeit in diesem Beruf geändert?

Jürgen Riepshoff: Am Anfang im Vikariat in Ostfriesland hatten die Leute noch eine gewisse Distanz zum Pastor, wie überhaupt zu allen Amtspersonen. Und ich glaube, dass sich das in den vielen Jahren geändert hat. Ich denke, dass wir Pastoren auch nicht mehr so unnahbar sein wollen und dass auch die Leute diese Distanz nicht mehr wollen. Und das hilft. Das habe ich bei den vielen Kreisen oder Fahrradtouren auch so erlebt

Frage: Ist eigentlich schon ein Nachfolger in Sicht?

Jürgen Riepshoff: Zum 1. Oktober kommt Pastor Ralf Altebockwinkel und zieht in dies wunderschöne Pfarrhaus. 

Frage: Was wirst Du am Tag nach Deiner Verabschiedung aus dieser Gemeinde tun?

Jürgen Riepshoff: Dann kommt gleich der Umzug! Dann viele Sachen sortieren und einrichten. Und danach fahre ich dann gleich mit dem Projekt 55+ nach Polen, nach Auschwitz. Und das wollte ich schon ganz lange einmal. 

Frage: Wirst Du Deinen Dienst in der Kirche und den Häusern vermissen?

Jürgen Riepshoff: Unbedingt: Ich werde ganz viele Menschen vermissen. Auf der anderen Seite habe ich das Gefühl „Alles hat seine Zeit“. 

Frage: Was wünscht Du Deinem Nachfolger?

Jürgen Riepshoff: Ich wünsche ihm, dass er genauso nett und freundlich aufgenommen wird und dass er genauso viel Unterstützung erfährt. 

Frage: Wofür bleibt mehr Zeit im Ruhestand?

Jürgen Riepshoff: Es wird mehr Zeit bleiben für meine Familie, für die Enkelkinder und auch für mich selbst. Der Umfang der Aufgaben im Dienst ist doch erheblich. 

Vielen Dank für das Gespräch! Die Fragen stellte Wilko Burgwal, Beauftragter für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im Kirchenkreis Soltau. 

 

Biographisches über Jürgen Riepshoff:

1957 in Sittensen geboren

Nach der Schule Ausbildung zum Industriekaufmann bei der Molkerei Nordheide Sittensen

1976-83 Studium der Ev. Theologie in Hermannsburg

1983 Heirat 

Vikariat in Ostfriesland und den USA

1986 Ausreise nach Chile 

1995-2009 Pastor der Kirchengemeinde Ahlerstedt

Seit 1.12.2009 Pastor in Bispingen

St. Peter-Paul-Kirche Hermannsburg ist jetzt Pilgerkirche

Hermannsbkirche
 wikimedia commons
Die evangelische Kirche St. Peter-Paul in Hermannsburg ist jetzt eine Pilgerkirche!
Anfang August verlieh die Referentin für Kirche im Tourismus im Haus kirchlicher Dienste, Beate Stecher, der Gemeinde ein entsprechendes offizielles Signet. Das Schild macht künftig darauf aufmerksam, dass die Kirche besondere Angebote für Pilger bereithält. Das 1959 erneuerte Kirchengebäude mit Elementen aus dem 14. Jahrhundert liegt am Pilgerweg Jacobusweg Lüneburger Heide.
Der rund 390 Kilometer lange Weg startet in Hamburg und führt durch die Lüneburger Heide. Dort wurden im Jahr 2000 mehr als 50 historische Pilgerzeichen entdeckt. Die Hermannsburger Kirche bietet Pilgern künftig unter anderem einen Rastplatz mit Bänken im Freien und Pilgerkarten an. Sie ist zudem „verlässlich geöffnete Kirche“ und „Radwegekirche“. Das Projekt wurde mit 37.000 Euro aus LEADER-Mittel der Europäischen Union gefördert.
„Der Ort, die Kirche haben eine lange wechselvolle Geschichte“, so Stecher. Vielleicht habt Ihr auch mal Lust, der Geschichte nachzuspüren und hier einen Ort der Stille zu finden?
Mehr Infos dazu gibt es hier:
https://www.peter-paul-hermannsburg.de/menschen-und-orte/st-peter-paul-kirche