Essen mit Gott

Nachricht 07. März 2026

Andacht vom 07. März 2026

© Irina Schmidt – stock.adobe.com.

Kaffee, Alkohol, Süßigkeiten, Fleisch, Handy, Fernsehen, Auto … Die Liste des Verzichts von Menschen in der Zeit von Aschermittwoch bis Ostersamstag ist endlos und vielfältig, nicht nur aus religiösen Gründen. Viele empfinden den freiwilligen und bewussten Verzicht als Bereicherung ihres Lebens. Verzicht „entrümpelt“, gibt Kraft und schafft Raum für Neues, auch für die Begegnung mit Gott. Mir fällt dazu eine Geschichte ein, die mir selbst einmal erzählt wurde:

Ein kleiner Junge wollte Gott kennen lernen. Er vermutete, der Weg ist weit. Darum packte er reichlich Schokoriegel und mehrere Flaschen Limonade in seinen Rucksack und ging los. Im nahe gelegenen Park traf er auf eine alte Frau. Sie döste auf einer Bank vor sich hin. Der Junge setzte sich neben sie und öffnete seinen Rucksack. Er wollte gerade einen Schluck Limonade trinken als ihm auffiel, wie hungrig die alte Frau aussah, und so bot er ihr einen seiner Schokoriegel an. Sie nahm ihn dankbar entgegen und lächelte ihn an. Der Junge fand ihr Lächeln wunderbar. Er wollte es noch einmal sehen und bot der alten Frau auch noch eine Flasche Limonade an. Wieder lächelte sie ihm zu. So saßen sie den ganzen Tag nebeneinander, aßen Schokoriegel und tranken süße Limonade. Aber keiner von ihnen sprach ein Wort. Als es dunkel wurde, stand der Junge auf und ging. Doch schon nach wenigen Schritten kehrte er um, rannte zu der alten Frau zurück und umarmte sie. Da schenkte sie ihm noch ein Lächeln – ihr allerschönstes. Als der Junge zu Hause ankam, wunderte sich seine Mutter: „Du strahlst ja so! Was hast du heute erlebt?“ Er antwortete: „Ich habe mit Gott zu Mittag gegessen, im Park. Stell dir vor: Sie ist ganz alt, hat aber das schönste Lächeln der Welt.“ Mittlerweile war auch die alte Frau zu Hause angekommen, mit strahlenden Augen und überglücklich. So hatte ihr Sohn seine Mutter noch nie gesehen. „Mutter“, fragte er, „was hast du heute erlebt, dass du dich so sehr freust?“ „Denk nur“, antwortete sie, „ich habe heute mit Gott Schokoriegel gegessen und Limonade getrunken. Und weißt du was? Er ist viel jünger, als ich dachte, und gibt gerne etwas ab!“

Eine rührende Geschichte. Sicher hat sie jemand erfunden. Trotzdem berührt sie mich. Mein Verzicht kann anderen ein Lächeln ins Gesicht zaubern und mir selbst und dem anderen die Begegnung mit Gott schenken. In diesem Sinne: Lassen wir uns zum Verzicht herausfordern!

Allen Leser*innen einen friedlichen, entspannten Sonntag und einen fröhlichen Start in die neue Woche.

Bleiben Sie behütet und Gott befohlen.

 

Ruth Litzen, Diakonin für Kirche unterwegs im Südsee-Camp