Gehört, gekannt, getragen

Nachricht 18. April 2026

Andacht vom 18. April 2026

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„Christus spricht: Ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.“ Das ist der Wochenspruch aus Johannes 10.

Dieses Bild ist vielen vertraut: ein Hirte, der seine Schafe kennt, sie führt und schützt. Und doch steckt darin eine Tiefe, die uns gerade heute neu ansprechen kann.

Denn wir leben in einer Zeit mit vielen Stimmen. Nachrichten, Meinungen, Erwartungen – vieles prasselt täglich auf uns ein. Manchmal wird es schwer zu unterscheiden: Was ist wirklich wichtig? Welche Stimme gibt Orientierung?

Jesus sagt: „Meine Schafe hören meine Stimme.“

Das bedeutet: Seine Stimme ist da – leise vielleicht, aber verlässlich. Sie drängt sich nicht auf, sie lädt ein.

Ich selbst bin seit 2020 Pastor im Kirchenkreis Soltau und komme ursprünglich aus Ägypten. Heute arbeite ich im verbundenen Pfarramt Soltau und Wolterdingen und begleite zugleich arabische Christinnen und Christen in Soltau und Umgebung. Dabei erlebe ich, wie unterschiedlich Menschen geprägt sind – durch Sprache, Kultur und Lebensgeschichte.

Und doch ist da etwas, was uns verbindet: die Sehnsucht, gehört und verstanden zu werden.

Genau das spricht Jesus an: „Ich kenne sie.“

Das ist mehr als ein oberflächliches Wissen. Es ist ein tiefes Kennen – ein Wissen um unsere Sorgen, unsere Fragen, unsere Wege. Jeder Mensch ist ihm vertraut.

Ich erinnere mich an Begegnungen, in denen Menschen mir sagten: „Es tut gut, dass jemand wirklich zuhört.“ Wie viel mehr gilt das für Christus selbst. Er hört nicht nur – er kennt uns ganz.

Und dann heißt es: „Sie folgen mir.“

Das klingt einfach, ist aber im Alltag oft eine Herausforderung. Folgen bedeutet Vertrauen. Es bedeutet, nicht jede Entscheidung allein tragen zu müssen, sondern sich führen zu lassen – Schritt für Schritt.

Manchmal geschieht das ganz konkret: in einem inneren Frieden bei einer Entscheidung, in einem Bibelwort, das uns anspricht, oder im Rat eines Menschen, der uns gut kennt.

Am Ende steht eine große Verheißung: „Ich gebe ihnen das ewige Leben.“

Das ist mehr als Zukunft. Es beginnt schon jetzt – in der Gewissheit, getragen zu sein, geführt zu werden, nicht verloren zu gehen.

Vielleicht ist das die wichtigste Botschaft dieser Woche:

Inmitten vieler Stimmen gibt es eine, die uns wirklich kennt. Amen.

Ihr Pastor Francis Abdelmassieh, verbundenes Pfarramt Soltau und Wolterdingen