Drei Eins Vier

Nachricht 14. März 2026

Andacht vom 14. März 2026

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Ob am 14. März 1879 in Ulm wohl jemand ahnte, wer da gerade geboren wurde? Ein Junge mit wachem Blick. Jahrzehnte später ist sein Gesicht, mit zerzaustem Haar, Schnurrbart und herausgestreckter Zunge, gedruckt auf T-Shirts und Häuserwänden in aller Welt. Sein Name: Albert Einstein.

Doch ikonisch wurde er nicht wegen seines Aussehens. Es war seine leidenschaftliche Neugier, seine Lust am Denken, sein Staunen über das Universum. Einstein wollte verstehen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Warum fällt ein Apfel? Was ist Zeit? Was ist Raum? Und je mehr er entdeckte, desto größer wurde sein Staunen.

Dass sein Geburtstag heute gemeinsam mit dem „Pi-Tag“ gefeiert wird, hätte ihm vermutlich amüsiert. Pi, benannt nach dem griechischen περίμετρος / perímetros (übersetzt: Umfang) beschreibt das Verhältnis von Kreisumfang und Durchmesser: 3,14159… und immer weiter. Eine Zahl ohne Ende. Man kann sie berechnen, aber niemals abschließen.

In dieser nüchternen Mathematik liegt etwas zutiefst Bewegendes: Unsere Welt ist durchzogen von Ordnung. Kreise folgen Regeln. Planeten kreisen berechenbar. Das Universum ist kein Zufallshaufen.

Genau hier berühren sich Wissenschaft und Glaube. Pi steht für Präzision und Verlässlichkeit – und zugleich für Unendlichkeit. Für Christinnen und Christen steht hinter dieser Verlässlichkeit und der gleichzeitigen Unendlichkeit kein blinder Zufall, sondern Gott. Die Schöpferin von Himmel und Erde.

Glauben bedeutet nicht, dass man den Verstand abschaltet. Und Denken heißt nicht, dass man das Staunen über die Welt vergisst. Dabei geht doch beides. Struktur und Geheimnis.

Vielleicht spüren wir das gerade jetzt, wenn nach dem langen Winter das erste Grün durchbricht, wenn Licht und Leben zurückkehren. Die Welt folgt ihren Gesetzen – und bleibt doch ein Wunder.

Vielleicht beginnt die wahre Weisheit genau hier. Staunen wie ein Kind, fragen wie ein Forscher und trotzdem Gott vertrauen, dass seine Wirklichkeit weiter reicht, als alles, das wir Menschen berechnen können.

Bleiben Sie neugierig

Pastor Johannes Döhling, verbundenes Pfarramt Soltau und Wolterdingen