Kirchenkreis stellt Weichen für zukunftsfähige und klimaneutrale Gebäudeentwicklung

Pressemitteilung 09. Juni 2026

Der Kirchenkreis richtet seine zukünftige Immobilien- und Bauplanung konsequent auf Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und die langfristige Nutzbarkeit für die Kirchengemeinden aus. Hintergrund ist das Ziel der Landeskirche, bis zum Jahr 2035 80 Prozent an Emissionen einzusparen und im Jahr 2045 Klimaneutralität zu erreichen. Damit verbunden ist ein umfassender Transformationsprozess für den kirchlichen Gebäudebestand.

„Die Bauvorhaben und die kirchliche Entwicklung sind eine gemeinsame Aufgabe der Kirchengemeinden im Kirchenkreis", so Superintendent Heiko Schütte. „Zur weiteren Beplanung ist ein Querschnittsausschuss im Kirchenkreis gebildet worden, in dem die Bauplanung und weitere Strukturplanungen zusammengeführt werden", ergänzt Pastor Axel Stahlmann, Mitglied im Bauausschuss. Ziel ist eine abgestimmte Strategie mit nachvollziehbaren Kriterien für den gesamten Kirchenkreis, ohne isolierte Entscheidungen einzelner Gemeinden. „Der Kirchenkreis ist eine Gemeinschaft der Gemeinden“, erklärt Schütte. „Wir müssen zusammenarbeiten, um zukunftsfähig zu bleiben.“ 

Ein aktuelles Beispiel für diesen gemeinsamen Prozess ist die Aufgabe der Kapelle in Lohheide (St. Lamberti-Kirchengemeinde Bergen), die im Dezember 2025 von Regionalbischöfin Marianne Gorka entwidmet wurde und nun verkauft wird. Dieser Prozess dient zugleich als Anlass, neue Wege im Umgang mit kirchlichen Gebäuden zu entwickeln und transparent zu gestalten. Dazu zählen neben den Sakralgebäuden auch Gemeinde- und Pfarrhäuser. „Sanierungsbedürftig sind von den Gebäuden im Kirchenkreis einige, nicht alles wird realisiert werden können“, so Schütte weiter.

Im Mittelpunkt stehen künftig Gebäude, die langfristig nutzbar und bedarfsgerecht sind, sowie energetisch optimiert werden können. Dazu sollen nach Prüfung bestehende Immobilien schrittweise klimafreundlich modernisiert und auf eine klimaneutrale Bewirtschaftung ausgerichtet werden.

Gleichzeitig stehen die Kirchengemeinden und der Kirchenkreis vor großen finanziellen Herausforderungen. Die Mittel, die dem Kirchenkreis und somit der Gemeinschaft der Gemeinden insgesamt zur Verfügung stehen und verteilt werden können, werden in den kommenden Jahren geringer, da die Mitgliederzahlen weiter zurückgehen. Umso wichtiger wird eine faire und nachvollziehbare Priorisierung von Bau- und Sanierungsvorhaben. Der Querschnittsausschuss entwickelt dafür derzeit einen Kriterienkatalog, der sowohl landeskirchliche Vorgaben als auch die Bedürfnisse der Gemeinden berücksichtigt. „Für Pfarrhäuser existieren bereits entsprechende Kriterien, für weitere Gebäudearten wie Gemeindehäuser wird aktuell daran gearbeitet“, erklärt Kai Hagemeier für den Bau- und Querschnittsausschuss.

Der Kirchenkreis sieht seine Aufgabe darin, die Gemeinden in diesem Wandel aktiv zu begleiten, Kooperationen zu fördern und gemeinsam tragfähige Lösungen für die Zukunft kirchlicher Gebäude zu entwickeln, damit diese in ihrer Eigenverantwortung optimal handeln können. Ziel ist es, dass die Gemeinden auch langfristig handlungsfähig bleiben und kirchliches Leben vor Ort nachhaltig gestaltet werden kann. Wie das Ganze aussehen kann, sieht man bereits in Lohheide, aber beispielsweise auch in Soltau, wo die Luther-Kirchengemeinde schon vor Jahren ein neues, optimiertes Gemeindehaus gebaut hat. Trotzdem gibt es in allen Gemeinden des Kirchenkreises Optimierungsbedarf. Was das für einzelne Gemeinden in Zukunft bedeutet und ob Gebäude aufgegeben werden müssen, wird sich zeigen. Entscheidend bleibt jedoch laut Schütte: „Eine zukunftsfähige Kirche lebt nicht zuerst von ihren Gebäuden, sondern von den Menschen, die sie mit Leben, Glauben und Gemeinschaft füllen.“