Stille im Frühling

Nachricht 21. März 2026

Andacht vom 21. März 2026

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Der Frühling zeigt sich gewohnt wechselhaft: Die ersten Tage waren schon herrlich warm, mit Sonne, die gelockt hat. Der Rasenmäher wurde aus der hintersten Ecke des Schuppens gekramt und begutachtet, das hartnäckige Eichenlaub aus den Beeten geholt und über allem liegt morgens dieser Duft nach Frühling in der Luft. Wir sehnen uns nach der warmen Zeit, eine kleine Kostprobe haben wir bereits bekommen.

Und doch gab es in den letzten Tagen wieder kaltes Wetter, sogar Hagel, und die Wetterstation verkündet „Warnung vor Bodenfrost“. Das muss wirklich nicht mehr sein, denke ich bei mir.

Ein typischer Tanz des Wetters in dieser Zeit, der uns Flexibilität abverlangt.

Wir haben uns notgedrungen daran gewöhnt, an diese Flexibilität. Beim Wetter genau wie in unserem Alltag:

Plötzliche Änderungen bei Arbeit, Familie oder Plänen fordern uns heraus und lassen sich schlecht ignorieren. Änderungen können weh tun, sie können aber auch Türen öffnen für Neues. Auch wenn die Welt draußen laut bleibt durch Konflikte, Kriege, steigende Preise, Sorgen wie es weitergeht, schenkt uns diese Zeit doch Momente der Stille, die wir bei all dem Lärm in der Welt so dringend brauchen. Ob mit der Familie spazieren zu gehen, allein die Vögel zwitschern zu hören oder mit Freunden zu plaudern: Jeder findet hier etwas, das berührt, erfrischt und uns nach vorne blicken lässt.

Jesus lädt uns alle genau dorthin ein: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken.“  Ein freundliches Angebot wie eine warme Decke an kühleren Tagen – für Kinder mit Schulstress, Eltern im Beruf, junge Familien, Singles oder Ältere. In der Stille spüren wir Gottes Nähe, wie einen leisen Windhauch, der die Seele streichelt. Er lädt uns ein, kurz loszulassen, neue Kraft zu tanken, um nicht unter die Räder zu kommen, wenn Sorgen um die Zukunft drücken, die Hektik des Alltags uns zu verschlingen droht, bei allem, was uns belastet. Er lädt uns ein, flexibel zu bleiben, wie im Frühling.

Wir müssen den Frühling wie unser Leben annehmen so wie es ist. In Gottes sanfter Stille finden wir Kraft und Freude, von Klein bis Groß. Neue Wärme entfaltet sich in unserer Gemeinschaft – ein Geschenk für jeden Tag.

Pastor Keno Eisbein, verbundes Pfarramt Soltau und Wolterdingen