Ich bin früh morgens mit dem Auto unterwegs und kämpfe mich durch den nahezu undurchdringlichen Nebel. Nach der Kurve sehe ich plötzlich etwas Reflektierendes. Automatisch werde ich langsamer und sehe nun auch das Warndreieck. Eine Panne eines Autos wird zu einer Gefahrenstelle für alle. Wie gut, dass es Warndreiecke gibt, die uns eben auf solche Gefahren im Straßenverkehr aufmerksam machen, damit der Schaden nicht noch schlimmer und aus der Panne eine richtige Unfallstelle wird.
Gefahrenstellen sind jedoch nicht nur im Straßenverkehr existent, sondern auch in unserem Leben. Immer wieder läuft auch dort so einiges schief. So gibt es Streitereien, Lügen, Missachtungen, falsche Worte, Egoismus oder Desinteresse die quasi zu einer Panne für unsere Beziehungen werden. Beziehungen zu unseren Freunden, der Familie, aber auch zu Gott. Worte, die verletzen oder Missverständnisse können so zu echten Gefahrenstellen für unser Miteinander und unser Leben werden. Das liegt daran, dass wir alle Menschen sind und Fehler machen, trotz unserer Denkfähigkeit und der Verantwortung im Umgang mit anderen, die Gott uns zutraut.
Zum Glück gibt es auch für unser Leben etwas, was so ähnlich ist wie ein Warndreieck, das leuchtet und aufmerksam machen möchte. Etwas, dass uns gleichermaßen zuruft „Sei achtsam!“ und „ich begleite dich!“. Ich meine die 10 Gebote. Diese Gebote sollen uns helfen, ein angemessenes Miteinander zu gestalten und uns dabei immer wieder vor Gefahrenstellen für unsere Beziehungen mit unseren Freunden, Eltern, Arbeitskollegen oder auch Gott warnen. Gottes Gebote wollen uns ein Hinweis sein und uns einen guten Maßstab geben, an dem wir uns festhalten und orientieren können.
Allerdings verhält es sich auch bei den Geboten, wie mit einem Warndreieck an einer Unfallstelle. Das Warndreieck erfüllt nur seinen angedachten Zweck, wenn wir es korrekt aufstellen. Für die Gebote heißt dies für mich, dass es nur es gelingen kann, Gefährdungen zu vermeiden, wenn wir uns der 10 Gebote bewusst sind, sie beachten und ernst nehmen. Tun wir dies, gilt jedoch in beiden Fällen: Was für ein Glück, dass wir sie haben!
Mitja Matuttis, Diakon der Ev. Jugend Soltau-Wietzendorf