Erster Advent

Nachricht 29. November 2025

Andacht vom 29. November 2025

Erster Advent! Endlich! Und damit verbindet sich ein Adventsgefühl. So eine freudige Erwartung. Ehrlich, die hat mich schon in der letzten Woche ergriffen. So in Vorfreude auf diese Zeit. Auf den Advent!

Ich gehe in die Stadt, aber hier ist schon Weihnachten. Überall erstrahlen die Bäume in vollem Lichterglanz.

Dabei bin ich froh, dass man hier in Soltau wirklich den Toten- oder Ewigkeitssonntag abwartet, und nicht schon Mitte November alles im weihnachtlichen Licht erstrahlen lässt.

Natürlich muss alles vorbereitet werden. Und die Männer vom Bauhof waren letzte Woche kräftig damit beschäftigt. Aber wenn es da ist, wird alles sofort angemacht. Warum nicht warten bis zur Eröffnung des Weihnachtsmarktes, der ja eigentlich ein Adventsmarkt ist? Und da bin ich bei meinem zweiten Problem:

ES IST NOCH NICHT WEIH-NACHTEN! Advent ist eine ganz eigene Zeit. Geheimnisvoll. Da entfaltet sich etwas. Der Advents-kranz ist ein Symbol dafür. Jeden Sonntag ein Licht mehr. Es muss also noch nicht alles an Licht schon am 1. Advent da sein. Vielleicht bin ich kleinlich. Ich suche nach einem Vergleich: Sie fangen gerade an, Geld zu verdienen und sparen wirklich darauf, sich eine Wohnung schön einzurichten. Und dann reicht das Geld für ein neues Sofa, dann Monate später für einen neuen Schrank. Und jedes Stück macht richtig Freude und stolz und glücklich. Das neue Bett, der Kleiderschrank, der Teppich. Es dauert Jahre, bis die Wohnung fertig eingerichtet ist und die ollen Sperrmüllsachen verschwunden sind. Aber jedes Stück ist ein Anlass für großes Glück.

Oder Sie nehmen einen Kredit auf, kaufen alles in eins und ziehen in ein komplett neues Zuhause ein. Es fühlt sich fremd an. Sehnsucht nach den alten Sperrmüllmöbeln kommt auf. Es ist viel zu viel auf einmal. Die Seele kann nicht hinterherkommen. So geht es mir mit dem vollen Weihnachtsschmuck am 1. Advent, wenn mein Bedürfnis ist, EINE Kerze anzuzünden.

Und sich dann besinnen auf den, der da kommen will. Bin ich bereit für Gottes Ankunft in dieser Welt? Bin ich bereit für Gottes Ankunft bei mir?

Das Herz öffnen und ihm Raum bieten, um mich füllen zu lassen mit seiner Liebe, mit seinem Frieden. Das könnte Advent bedeuten.

Ich wünsche Ihnen Zeiten und Räume der Besinnung auf das Kommen Gottes.

 

Meike Drude, Pastorin in der Krankenhausseelsorge und Leitung der Telefonseelsorge.